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Preis für beste bildungsökonomische Doktorarbeit geht an Dissertation zu Peer-Effekten sowie Geschlechterunterschieden bei Lohnerwartungen

Pressemitteilung   •   Mär 04, 2021 10:00 CET

Augsburg, 4. März 2021: Der bildungsökonomische Ausschuss im Verein für Socialpolitik, der Vereinigung der deutschsprachigen Ökonomen, hat auf Vorschlag der Preisjury, bestehend aus der Professorin Conny Wunsch (Universität Basel), Professor Hendrik Jürges (Universität Wuppertal) und Professor Stefan C. Wolter (Universität Bern), Lukas Kiessling heute in Augsburg (virtuell) für die beste bildungsökonomische Doktorarbeit 2019/2020 ausgezeichnet. Das damit verbundene Preisgeld von 2.000 Euro kommt von der Roland Berger Stiftung für europäische Unternehmensführung.

Für seine kumulative Dissertation analysierte Lukas Kiessling, heute Senior Research Fellow am Max-Planck-Institut für die Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn, in vier Kapiteln mikroökonomische Fragestellung mit großser Relevanz für die Bildungsökonomie und -politik. „Die Dissertation zeigt in den ersten zwei Kapiteln auf eindrückliche und innovative Weise, wie Kinder und Jugendliche interagieren, sich ihre Peers auswählen und welchen Einfluss diese Interaktionen auf die Leistungen haben“, sagt Stefan C. Wolter, Vorsitzender des bildungsökonomischen Ausschusses und Präsident der Jury. „Gerade in Zeiten wie diesen, in denen die Schulen lange geschlossen und die sozialen Interaktionen der Kinder und Jugendlichen eingeschränkt waren, zeigt die Dissertation, wie wichtig die soziale Dimension für einen effektiven und optimalen Lernprozess ist.“

Kiesslings Doktorarbeit behandelt neben Peereffekten auch Fragen des Erziehungsstils und von Geschlechterunterschieden bei Lohnerwartungen. Zur Untersuchung der Überzeugungen von Eltern bezüglich des Einflusses des Erziehungsstils und der Qualität der Nachbarschaft, erhob der Preisträger Daten bei über 2000 zufällig ausgewählten Eltern in den USA. Für das Paper zu Lohnerwartungen führten Kiessling und Ko-Autoren eine Befragung bei über 16.000 Studierenden in Deutschland durch. Die Arbeit des Preisträgers zeichnet sich in allen Kapiteln somit nicht nur durch inhaltliche und methodisch hervorragende Arbeit aus, sondern auch durch die großsen Anstrengungen, wertvolle Daten selbst in innovativen Feldversuchen und Befragungen zu erheben.

„Der Lebenslauf des Preisträgers hat eine wahrhaft internationale Dimension“, fügt Wolter an. Schon während seines Bachelorstudiums verbrachte Kiessling ein Jahr als Austauschstudent an der Chinese University in Hong Kong und während seines Doktorates, das er an der Graduate School of Economics an der Universität Bonn 2020 abschloss, fast ein Jahr an der UC Berkeley.

„Der Preis ehrt in diesem Jahr eine exzellente wissenschaftliche Arbeit, die uns zeigt, wie komplex Bildungsprozesse und elterliche Entscheidungen sind“, sagt Felicitas Schneider, Vorstandsmitglied der Roland Berger Stiftung für europäische Unternehmensführung. „Die Studie liefert den Verantwortlichen in Schulen und Politik wertvolle Denkanstöße, Bildung als etwas zu verstehen, das weit über die reine Vermittlung von Wissen hinausgeht.“ Die Roland Berger Stiftung für europäische Unternehmensführung fördert die Wissenschaft auf dem Gebiet der nationalen und internationalen Unternehmensführung und hat das Preisgeld von 2.000 Euro gestiftet.

Über die Roland Berger Stiftung für europäische Unternehmensführung
Die Roland Berger Stiftung für europäische Unternehmensführung fördert die Wissenschaft auf dem Gebiet der nationalen und internationalen Unternehmensführung.

Über Bildungsökonomischen Ausschuss
Der Bildungsökonomische Ausschuss im Verein für Socialpolitik, der Vereinigung deutschsprachiger Ökonom/-innen besteht seit 1975 und hat über 60 aktive Mitglieder. Der Ausschuss trifft sich jährlich zum wissenschaftlichen Austausch zu bildungsökonomischen Fragestellungen.